| Das Kaffeehaus Kranzler hat eine sehr wechselhafte, von Aufbau und Abriss, Zerstörung und Neuanfang begleitete Historie, die im vorletzten Jahrhundert ihren Anfang findet. Gründer des Cafés war der österreichische Konditor und spätere preußische Hofkonditor Johann Georg Kranzler (1795 – 1866). Nachdem er für 25 Reichstaler das Berliner Bürgerrecht erworben hatte, eröffnete er 1825 an der Ecke Friedrich- und Behrenstraße seine eigene Konditorei und weihte fast zehn Jahre später das Café Kranzler ein. | |
1835 |
Eröffnung des Cafés Kranzler an der Ecke Unter den Linden/Friedrichstraße. Mit Bedienung „von zarter Hand“ und einer „Musikbande, aus dem schönen Italien importiret“ wurde das Café ein voller Erfolg und beliebter Treffpunkt der „Oberen Zehntausend“ und des hohen Adels. |
1866 |
Die Söhne Alfred und Martin Kranzler übernehmen das Café nach dem Tod ihres Vaters. |
1911 |
Das Kranzler wird an die Berliner Hotelbetriebs AG verpachtet und 1923 von dieser ganz übernommen. Das Café erlebte eine weitere Blütezeit in den wilden Zwanziger Jahren. |
1934 |
Das Kranzler zieht an den Kurfürstendamm. |
1945 |
Bei der Erstürmung Berlins durch die russischen Alliierten wird das Kranzler vollständig zerstört. |
1951 |
In einem Flachbau des Architekten Paul Schwebes eröffnet das Kranzler erneut. |
1957 |
Das Café wird einmal mehr dem Erdboden gleich gemacht. Das Ende des berühmten Kaffeehauses scheint gekommen. |
1958 |
Das Kranzler erhebt sich wie Phönix aus der Asche. Immer noch am Kurfürstendamm und unter der Leitung der Berliner Hotelbetriebs AG wurde es nach Entwürfen der Architekten Hans Dunstmann zu einem Berliner Wahrzeichen. Auf zwei Etagen, mit Marmorwendeltreppe, einer traumhaften Aussicht auf den Kurfürstendamm und dem seidenverkleideten Gastraum, wird es dem Mythos und der Kaffeehauskultur des „alten“ Kranzler mehr als gerecht. |
2000 |
Das Café Kranzler wird in das von Helmut Jahn erbaute Quartier „Neues Kranzler Eck“ integriert, obwohl es vollständig abgerissen werden sollte. Gerettet hat es der Denkmalschutz – und GERRY WEBER. Der internationale Lifestyle-Konzern hat sich der Leitung des traditionsreichen Cafés angenommen und hält das Erbe Johann Georg Kranzlers in Ehren. Das Interieur wurde modernisiert, die gemütliche Atmosphäre blieb erhalten. In der Rotunde bietet sich den Gästen ein herrlicher Ausblick und nostalgisches Kaffeehausflair mit Charme. Es ist leicht zu finden, denn GERRY WEBER hat die rot-weißen Markisen, Kranzlers Markenzeichen, beibehalten. Im neuen Kranzler vereinen sich Tradition und Moderne, was es nicht nur für Touristen, sondern auch für Berliner attraktiv macht. Und Prominenz trifft man am Ku´damm 18 natürlich auch heute noch – manche Dinge ändern sich eben nie. |